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Jan
30

Ein Jahr Stadtkulturbeirat, ein Jahr was eigentlich ...

Gut ein Jahr bin ich nun Mitglied des Stadtkulturbeirats in Linz. Ein Jahr und eigentlich weiss ich noch immer nicht recht, ob das eine sinnvolle Entscheidung war, da ja zu sagen. Ich wurde ja von verschiedener Seite gewarnt, dass das alles nur Zeitverschwendung ist. Und irgendwie kann ich den warnenden Stimmen auch nicht wirklich wiedersprechen.

Ja, ich treffe dort ein paar interessante Leute, wir tauschen uns aus und machen Arbeitskreise. Kulturstadtrat und Kulturbeamt_innen stehen Rede und Antwort. Rausgekommen ist dabei bis jetzt recht wenig, das Interessanteste war eigentlich die Wahl der Vorsitzenden zu Beginn und jetzt in dieser letzten Sitzung. Die sind sehr engagiert und ich kann ihnen als "einfaches Mitglied" nur Respekt zollen für die Hartnäckigkeit des Engagements. Wir haben es sogar geschafft, dass wir von der Stadt Linz eine Mailingliste zur Koordination bekommen haben, nach Monaten, etwas das bei servus.at meist über Nacht erledigt ist.

Aber inhaltlich? Ja, es wird ein Empfehlungspaket geben, das im März fertig ist und, so weit das aus den Vorentwürfen zu beurteilen ist, auch eine Menge kluger Vorschläge enthält. Was dann damit passiert, ist aber wieder unklar. Denn aus den Vorjahren ist bekannt, dass halt das umgesetzt wird, was für Politik und Verwaltung genehm ist und der Rest verschwindet in der Versenkung. Naja, immerhin gab es zum Paket aus dem Jahr 2009 eine Auswertung von Linz-Kultur, was erledigt wurde und was nicht und warum nicht. Aber da musste ich schon wieder hören, dass z.B. in der Frage der fehlenden Proberäume für Musiker_innen wieder mal nichts weitergegangen ist - als ob dieses Problem nicht schon seit 10 Jahren oder noch länger bekannt wäre. Versprochen ist das jetzt seitens des Kulturdirektors bis Sommer. Mal sehen.

Steter Tropfen höhlt den Stein. Ja und nein. Bei jeder Sitzung des Stadtkulturbeirats hadere ich mit mir, ob das alles eh nur Alibi und Behübschung ist oder eben notwendiges kleinteiliges Engagegement für die Kulturpolitik in Linz. Ich bin unschlüssig.

Sicher bin ich mir aber, dass es so nicht weitergeht. Der Stadtkulturbeirat wurde mit dem Kulturentwicklungsplan (KEP) eingerichtet; zynisch könnte ich dazu sagen als eine der Massnahmen, die wenig Geld kosten und somit neben dem Prestige- und Standortprojekt Linz09 umgesetzt wurden. Er hat die Aufgabe, die Stadt Linz in Kulturfragen zu beraten. Die Neufassung des Kulturentwicklungsplans, die jetzt ansteht, ist für mich jedenfalls Anlass dieses Beirats-Konstrukt massiv zu überdenken. Viel Zeit, viel Mühe, engagierte Menschen, aber wenig Output. Das muss doch irgendwie auch anders gehen. Da muss es doch andere Wege geben, partizipative Beteiligung der Linzer Kulturschaffenden und auch aller Linzer_innen (!) an der städtischen Kulturpolitik sicherzustellen. Laufend, nicht nur punktuell alle 10 Jahre mal. Darüber möchte ich in nächster Zeit nachdenken und Ideen in den KEP-Prozess einbringen.

Hast du Ideen, wie das gehen könnte?
Oder ist das auch wieder vertane Liebesmüh?

Foto: tschoerda

Jan
13

Making off eines Urlaubsbuches

Fesch, was so alles möglich ist mit den Videos. Und erinnert mich an Urlaub, was auch sehr fesch ist, weil es Ende Februar wieder mal in die Weiten der Welt gehen wird. Zuerst nach London, dann eine Schiffreise auf die warmen Kanaren und wieder zurück nach England. Der Abschluss ist dann gar nicht mehr Urlaub, sondern ich fahre auf eine Tagung zu Kirche und Social Media nach Münster. Und dann wieder heim. Und wie immer: Nix Flugzeug, Zug und Schiff!

Dec
28

Keine Vanillekipferl. Oder warum mein Weihnachten heuer nicht so idyllisch war.

Auf ThemaTisch habe ich gerade eben über mein Weihnachten und das Bleiberecht für Clifford Ankrah geschrieben.

Lesen.

Dec
21

Gegen die Abschiebung von Clifford Ankrah

Clifford Ankrah soll abgeschoben werden. Ich kenne ihn seit mehreren Jahren durch sein Engagement bei PANGEA - Interkulturelle Medienwerkstatt, dessen Obmann er ist. Es ist so unglaublich, dass er nicht in Österreich blieben können soll, dass mir die Worte fehlen. Was kann jemand sonst noch machen, ausser sich so wie Cliff für Andere zu engagieren? Ist das der Dank? Bitte, wo leben wir? Was hat sowas mit Menschenrecht und Rechtstaatlichkeit zu tun?

Bitte unterstützt die Kampagne! Alle Infos finden sich auf der Facebook-Seite.

Nein mit Weihnachten hat das gar nichts zu tun. Überhaupt nichts. Weihnachten ist nur Weihnachten, wenn es für alle ist. Und nicht nur für die, die das Glück hatten im richtigen Land mit der richtigen Hautfarbe auf die Welt gekommen zu sein.

Dec
9

Der ultimative Werbespot zur Stadtwache

Der ultimative Werbespot zur Stadtwache, produziert von FlimmerfreiMedia. Besser wirds nimmer, auch wenn jetzt klar ist, dass ein einziger Einsatz der Hilfssherriffs und - innen 150.- Euro kostet. Ich sags ja, Linz, braucht vieles, was Linz aber nicht braucht ist eine Stadtwache.

Dec
9

Blöder, blöder, blöder Spam

Viagra & Co. haben mein Blog leider überfallen und ich habe mal die Kommentare auf "moderiert" eingestellt abgestellt. Es nervt und ich arbeite an einer Lösung. In solchen Situationen wäre ich gerne eine richtige Technikerin. Echt.

Nov
30

Die klassische Adventbeschäftigung

Und es werden sich noch mehr, denn heute habe ich erstmals einen Dressiersack bekommen, der wohl bald "eingeweiht" wird.

Nov
28

Zum 1. Advent

Glauben heißt, ich verlobe mich mit der Revolution. - Dorothee Sölle

Entdeckt auf Facebook, via Melanie W.

Nov
19

Demovideo: Weg mit dem Belastungspaket

2.000 Leute waren wir heute bei der Demo gegen das Belastungspaket der Bundesregierung in Linz. Tolle Stimmung. Und vor allem toll, dass Menschen aus so vielen Kontexten dabei waren. Ich habe ein Video zusammengeschnispelt zum Anschauen. Aber: Dabeisein ist besser!

Nov
15

Billa kauft sich seine Facebook Fans

"22.626 Personen gefällt das" - Billa. Billa kauft sich gerade mit einer sehr diffizilen Strategie seine Facebook-Fans. Für alle, die auf der neuen Billa-Facebook-Seite auf "Gefällt mir" klicken spendet Billa einen Euro an die Kinderkrebshilfe.

Wer würde da wohl nicht klicken? So einfach war das gute Gewissen selten zu haben ... Niemand muss darüber nachdenken, wie und wo viele Produkte produziert werden, die bei Billa zu kaufen sind. Niemand muss sich fragen, ob die Kassierer_innen und Regalbetreuer_innen gute Arbeitsbedingungen haben. Niemand muss recherchieren, ob es vielleicht soziale Initiativen gäbe, die das Geld nötiger hätten als die von vielen Spendenaktionen überhäufte, politisch ja völlig unverdächtige Kinderkrebshilfe.

Hilfe ist so einfach geworden, einfach nur klicken und vielleicht noch ein paar Worte auf der Pinwand hinterlassen. Und weil ja auch die Freund_innen ein gutes Gewissen haben sollen, die Facebook-Kontakte vielleicht auch einladen ...

Ich klicke nicht auf "Gefällt mir" bei Billa, schreibe diesen Blogeintrag und frage mich, ob ich damit nicht auch schon wieder die Aufmerksamkeit auf dieses Einzelhandelsunternehmen lenke. Das, was sie wollen. Damit alles so bliebt wie es ist. Und weil ja alle ein gutes Gewissen haben, sich auch nichts ändert.