Jun
22

Allerherzlichste Gratulation zum Sendestart von Dorf TV

Im Dorf trifft man_frau sich. Das passt auch zum heutigen Abend, ich war auf der Eröffnung von Dorf TV, dem ersten usergenerierten Fernsehen in Oberösterreich und habe Massen, echt Massen, an Bekannten und Freund_innen getroffen. Es gab ja auch was zum Feiern: Nicht jeden Tag geht ein neuer Fernsehsender an den Start, noch dazu so einer - einer, wo jede_r selbst Fernsehen machen kann. Der Dank gilt den Initiator_innen, allen vor Gabi Kepplinger, Georg Ritter und Otto Tremetzberger, ohne deren Kompetenz, aber auch Penetranz am Thema dran zu bleiben, wir heute nichts zum Feiern gehabt hätten.

Genau dieses Selbst-Machen ist auch das wirklich Interessante für mich an Dorf. Massenmedien-Einheitsbrei haben wir sowieso schon genug, es wird Zeit, dass sich hier das Verhältnis Empfänger_in - Sender_in entscheidend verschiebt, genauso wie bei den Freien Radios, die mir nach wie vor wichtig sind. Fernsehen-Machen klingt aufs erste nicht so einfach, aber vermutlich hat Gabi schon recht, wenn sie sagt "Just do it", es geht mehr ums Wollen und Trauen als um die Perfektion von Haus aus. Brauchen wir die überhaupt? Ich weiss jetzt noch gar nicht wie genau ich mich da einbringen kann, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich da über kurz oder lange meine Rolle als Konsumentin verlassen werde und selbst etwas beitrage. Mal sehen ...

Nachdem die medienpolitische Lage in Österreich sowieso nach wie vor nicht so rosig ist, ist es wirklich fein, dass mit Dorf wieder einmal ein Schritt in die richtige Richtung gelungen ist und es ist natürlich zu hoffen, dass die noch notwendigen ausständigen Förderzusagen v.a. vom Land Oberösterreich auch wirklich einlangen. Ich denke wir brauchen einen starken, unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit einem klaren ebensolchem Auftrag und wir brauchen freie, nicht-kommerzielle Medien, Radio, Fernsehen und ein freies Internet sowieso ;-) Die kommerziellen Sender sind mir ehrlich gesagt herzlich wurscht und sollen schauen, wo sie am Markt bleiben, wer antritt, Profit zu generieren, soll das auch tun und dann nicht jammern, wenn das Profit-Machen nicht so einfach ist.

Es geht um mündige Menschen, um Selbstbestimmung und um Meinungsfreiheit. Zur Feier des Tages sei Berthold Brecht zitiert:

Um nun positiv zu werden: das heißt, um das Positive am Rundfunk aufzustöbern; ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks: Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen.

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