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Willkommen bei Facebook 1984

Ich gebs zu, ich mag Facebook, die Menschen, mit denen ich dort in Kontakt bin, die Themen, zu denen ich dort arbeite, die ganzen Funktionalitäten, die Austausch, Kommunikation und Vernetzung ermöglichen. Und dass dieser Kontakt mit vielen möglich ist: 2 Millionen ÖsterreicherInnen, 500 Millionen NutzerInnen weltweit.

Trotzdem: Facebook ist gleichzeitig auch eine grauenhafte Datenkrake, Facebook ist eine kommerzielle Firma, die Geld mit unseren Online-Vergnügungen macht und sich einen Dreck um Datenschutz und digitale Selbstbestimmung schert. Darum ist es gut, dass immer wieder solche Videos wie das hier auftauchen:

Comments

Submitted by l<><>p (not verified) on 22. July 2010 - 16:41.

naja is ja eh nix neues, dass es ein komerzprojekt ist -> was ist das derzeit nicht????

verwertung lauert hinter beinahe jeder elektronischen ecke und nicht nur dort - nutzungsgedanke der user_innen ist ja auch verwertungslogisches handeln - yippieh wir fröhnen dem nuetzlichkeitswahn, was nutzt wird genuetzt, ironischer weise ist es ja auch so, dass nutzen etwas vielschichtiges ist und dass wir uns nutzen lassen weil wir imaginieren, dass es nutzt.....

und was die datenkrake betrifft, naja wer allen persoenlichen scheiß ins elektornische 5-ever-remember gewebe absondert ist ja nicht gekrakt, sondern eher unbedacht - so wie ich das als quartal facebookler ja auch bin - absondern halt wenn moegliche absonderliches - aber so nebebei denk ich manchmal was daran sozial ist an den social networks...???

ich glaub ich setz mich aml wieder auf eine berg, so ganz nutzlos und starr einfach mal wieder stundenlang gegen den horizont auf dass dies den meinigen mal wieder eerweitere...

ganz allgemein, noch, ich war gard mal am abchecken was fluege in den norden so kosten derzeit rauf zu polarkreis, weil mir die hitze und die enge mal wieder stinkt und dabei ist mir aufgefallen, dass dir da jetzt auf fluegen auch permamnente webversorgung nachgeworfen wird, is ja klar keinen moment offline, sonst bleibt womoeglich das hinr stehen.... da geisterte mir wohl grad ford prefect durchs oberstuebchen, der die these von den plappermaeulern wie folgt entwarf... wenn die menschen zu reden aufhoeren, dann hoeren sie vielleicht auf zu denken, also muessen sie dauernd reden....

so nebebei bin ich mal wieder dabei alte scifi zu lesen, so neuromancer, burning chrome bzw. asimov und dabei ist mir auch eine kompilation in die haende gefallen, asimovs science fiction folge 54 und darin versammelt sich in 7 kurzgeschichten fast alles und noch einiges mehr, was heut standard der elektro alwaysandeverywherecomputingcommunicatingcloud ist und das ist 2000 herausgegeben worden und vieles ist aber bei weitem uebertroffen worden...

und da schickt sich unsere schoene stadt an open commons auf den markt zu werfen, eine datenwolke die offen allen zugaenglich sein soll und durch die vernetzung von industrie, gewerbe, individuen, privaten........ usw und all deren absonderungen die elektronisierbar sind neue artefakte schaffen helfen soll, da ist wohl emergieren lassen gemeint .... und schon in der selbstdarstellung zeigt sich wieder eines.... ja kostenlos solls sein, fuer ale und trotzdem die wirtschaft anregen und ankurbel, die dann wohl den kreativ rahm abschoepft, der da aus den traumschaum vernetzungen extrahierbar zu tage tritt.... fragt sich dann bloss wird das dann eine art citybook oder eine datenbank oder wie oder was????? wozu????? warum nicht foerdern, dass das nichtkommerzielle machen, warum schon wieder nuetzlichkeit und verwertbarkeitsfantasien im kern der idee????

KAPUTALIMUS!!!!! DESHALB !!!! this is it this is sick sick are we all !?&$§%

ciao andrea

ich geh jetzt wieder offline zuvor aber noch eine empfehlung: lesen aus buechern aus papier irgendwo im garten im schatten wo auch immer.... und dabei vielleicht auf ursula k. leguin stossen oder nancy kress' "ein dampfschiffsoldat an der informationsfront" lesen - das ist eine kurzgeschichte in oben angesprochener asimov kompilation...

jetzt aber

Submitted by andrea on 23. July 2010 - 10:04.

Zum Thema Offline habe ich neuerding auf Thematisch ein passendes Video gebloggt:

Submitted by l<><>p (not verified) on 23. July 2010 - 10:59.

yahhhh
genau

einmal pro monat f___b__k reicht auf jeden fall.

analog mucke machen - treffen - ein bierchen oder was auch immer - grillen so richtig mit holz(kohle) akustische gitarre drums und so - von gössen zernageln lassen - oder irgendwo über dem smog in der nacht rumliegen und die mal wieder die milchstrasse sehen sternenfunkeln nicht stadtgeblinke joooo

offline is real live oder doch eher schon second live ?? naja kommt ja auf jede_n selbst an

Submitted by Bill Clinton (not verified) on 1. August 2010 - 16:53.

Der ökonomische Materialismus unserer Tage geht auf das Werk von Karl Marx zurück.

Karl Marx sieht die menschliche Geschichte nicht durch einen Weltgeist (Anm: Gott) bewegt, sondern durch ökonomische Interessen und Interessenskonflikte.

Aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Materialismus

Demnach wandeln sich Gesellschaften nicht wegen irgendwelcher Ideale, sondern aufgrund ständiger Klassenkämpfe, in denen diese ökonomischen Interessenkonflikte kollektiv ausgetragen werden.

Wichtige Vordenker diesen ökonomischen Materialismus sind Epikur, Demokrit, und später zum Beispiel Giordano Bruno.

Sie alle wollten eine Welt ohne Gott kreieren, was ein Absurdum ist.

Einfacher gesagt, sie haben Gott geleugnet. A-Theismus. Gegen-Gott.

Die Sicht, dass alles einen egoistischen Nutzen hat, kommt lustigerweise - weil es die wenigsten wissen - nicht vom Kapitalismus sondern vom Sozialismus.

Cool, nicht?

Submitted by andrea on 2. August 2010 - 11:33.

Diese Argumentation teile ich nicht, überhaupt nicht. Karl Marx hat die Funktionsweise des Kaptialismus IMO sehr treffend analysiert und in dem Kontext auch die Rolle der Religion im 19. Jahrhundert ("Opium für das Volk"), das hat in seinen Grundzügen für mich noch immer seine Richtigkeit, wenngleich die Sache sich weiterentwickelt hat und alles natürlich noch komplizierter ist durch ausdifferenziertere Hegemoniestrategien.
Hegel als das non-plus-ultra der Rede über Gott darzustellen, ists mir auch nicht, das ist auch sehr zeitgebunden und diese Sichtweise ist durch reale Verhältnisse kontakarriert - da halte ich es lieber mit Theologien des 20. und 21. Jahrhunderts, die wie z.B. die Theologie der Befreiung auch die realen Ungerechtigkeitsverhältnisse, die Karl Marx aufgezeigt hat, in der Rede über Gott zum Ausgangspunkt der Rede über Gott machen.

Submitted by Bill Clinton (not verified) on 3. August 2010 - 23:02.

Welche Argumentation wird nicht geteilt? Dass er ökonomische Materialismus auf Karl Marx zurück geht, wie es im Lexikon steht? Dass Marx eine Perspektive auf die Welt ohne Gott entwickelt hat? Dass Marx wie Feuerbach eine geistige Ordnung ohne Gott denken und verwirklichen wollten? Dass der moderne Sozialismus wie auch der politische Marxismus ohne ihrem Fundament der christlichen Soziallehre unmöglich gewesen wären?

Die Religion, nach Marx, dient dazu, die Existenz des Menschen durch Träumereien und Trost im Jenseits erträglich zu machen und so das faktische Elend zu verlängern und zu legitimieren. Sein Posulat, die Religion wäre das "Opium des Vokes" ist heute eine der Stehsätze des A-Theismus. Marx zählt neben Feuerbach, Nietzsche und Freud zu den bedeutendsten Religionskritikern der Neuzeit. (Quelle: ua. Wikipedia)

Karl Marx war wahrscheinlich noch kein wirklicher Okkultist im eigentlich Sinne, aber dem Okkulten sehr nahe und aufgeschlossen. . Er schreibt mehrfach in seinen Arbeiten von okkulten Qualitäten.

zB. Marx Kapital Band 1 MEW 23 S.538
(..) ..notwendige Arbeitszeit auf einen Tag in der Woche beschränkt ist. In keinem Fall aber entspränge sein Mehrprodukt aus einer der menschlichen Arbeit eingebornen, okkulten Qualität." (Marx Kapital Band 1 MEW 23 S. > 538)

Marx Lehrer und Großmeister war der Freimaurer Moses Hess. Kennengelernt haben sie sich durch ihre Arbeit für die sozialistische Zeitung „Rheinische Zeitung“ und ihre gemeinsame Arbeit an „Die deutsche Ideologie“, die als Schlüsselwerk des historischen Materialismus gilt. Assistiert wurde Marx dabei von Friedrich Engels. Moses Hess unterschied zwischen ‚jüdischer‘ und ‚germanischer‘ Rasse und hielt einen Rassenkampf für unvermeidlich.

Politisch war der Frühsozialist Moses Hess ein Wegbereiter der Rassenlehre und des Rassenkampfes.

Spirituell sprach sich Moses Hess eklektisch dafür aus, den Zoroastrismus, die Veden und Evangelien um die Tora zu gruppieren – ein prototypischer spritueller Ansatz zu einer vereinigten kosmischen Philosophie und eines Weltzeitalters. (Anm: Veden und Zoroastrismus sind vorchristlich, Veden = hindustische Klassenlehre, Zarathustra war ein persischer Magier und seine Nachkommen die Parsen leben als ethisch streng getrennte Minderheit va in Indien).

Von Moses Hess stammt „Der Rassenkampf ist erstrangig, der Klassenkampf zweitrangig.“, wie es auch die NaSozialisten gelebt haben.

In jungen Jahren schrieb Karl Marx hochinteressante und merkwürdige Gedichte, zB. folgende Strophe aus Spielmann, die seine Beschäftigung mit Satan ausdrücken:

Was, was! Ich stech', stech' ohne Fehle
Blutschwarz den Säbel in deine Seele,
Gott kennt sie nicht, Gott acht't nicht die Kunst,
die stieß in den Kopf aus Höllendurst,
Bis das Hirn vernarrt, bis das Herz verwandelt,
Die hab ich lebendig vom Schwarzen erhandelt!
Der schlägt mir den Takt, der kreidet die Zeichen

Seine Ehefrau, Jenny Marx (geborene von Westphalen), schreibt an ihren Ehemann Karl Marx im August 1844: „Dein letzter Hirtenbrief, Hohepriester und Bischof der Seelen, hat dein armes Schaf wieder mit Ruhe und Frieden erfüllt.“ (Marx und Engels, Vollständige Werke, Ostberlin 1967 74, Zusatzband I, S. 654). Mit ihr hatte er drei Kinder, wovon zwei davon Selbstmord begingen.

Karl Marx hatte eine Tocher namens Eleonor „Tussy“ Marx, die sich im Altern von 17 Jahren mit Prosper-Olivier Lissagaray, einem Neo-Jakobiner und Teilnehmer der Pariser Kommune, verlobte. Später nannte sie den verheirateten Edward Aveling, okkultistischer Theosoph und Darwinist, ihren Ehemann („husband“). Er betrog sie und heiratete sogar unter falschem Namen eine Andere. Die Umstände ihres Selbstmords mit Blausäure im Alter von 43 Jahren sind umstritten. Gemeinsam mit Edward Aveling schrieb sie 1886 „The Woman Question“. In der englischen Gewerkschaftsbewegung lernte sie auch Carl Theodor Ress kennen, einen dt. Opernsänger, Freimaurer, Theosoph und Gründer okkulter Orden.

Karl Marx zweite Tochter war mit Charles Longuet, ebenfalls einem Mitglied der Pariser Kommune, verheiratet. Longuent war Mitglied der I. Internationalen und ein radikaler Gegner von Eigentum (Proudhonist). Karl Marx selbst warf den Proudhonisten kleinbürgerlichen Utopismus vor.

Karl Marx dritte Tochter war mit Anarchisten Paul Lafargue, dem Gründer der marxistischen Partei Frankreichs verheiratet. Paul Lafargue’s berühmtester Text war „Das Recht auf Faulheit“. 1889 eröffnete er den Internationalen Arbeiterkongress in Paris. 1911 beging das Ehepaar nach einem Opernbesuch Selbstmord. Karl Marx sprach von seinem Schwiegersohn immer abfällig als „Neger“ oder „dem Kreolen“, denn er war Sohn eines kubanischen Weinhändlers und Besitzers einer Kaffeeplantage.

Berühmte Werke von Karl Marx sind „On the Jewish Question“ (1843), „The Holy Family“ (1845), „The German Ideology“ (1845), „Capital, Volume I“ (1867)

Das Umfeld von Karl Marx war beherrschaft von Atheismus, Okkultismus, Freimaurerei und Theosophie. Sein eigenes Epigramm, seine Inschrift, gibt über Karl Marx Aufschluss: „Ich lehre Worte, die in einem teuflischen Wirrwarr vermischt sind. So mag nun jeder denken, was er will!“ (Marx. Engels. Gesamtausgabe, Dietz Verlag. Berlin 1975. Abt. 1, Band 1. Seite 644). So geschah es dann offensichtlich auch.

Folgende Länder hatten zu manchen Zeiten marxistische Führungen: Albanien, Afghanistan, Angola, Bulgarien, China, Kuba, Zypern, Tschechoslowakei, Ostdeutschland/DDR, Äthiopien, Ungarn, Laos, Moldavien, Mongolgei, Nepal, Mosambique, Nicaragua, Nord Korea, Polen, Rumänien, Russland, Yugoslawien, Vietnam – sowie die indischen Staaten Kerala, Tripura und West Bengal.

Wie denkst du über all das?!

Submitted by andrea on 4. August 2010 - 10:36.

Ich verwende lieber die Begriff "Historischer Materialismus" und "Politische Ökonomie" um die Arbeiten von Karl Marx zu beschreiben. Klar wirst du bei ihm - wie bei vielen anderen auch - Passagen und Aussagen finden, die aus heutigen Perspektive skurill bis falsch sind. Das ist zeitbedingt. Was ich aber glaube ist, dass die Grundzüge der ökonomischen Analysen von Marx bis heute ihre Berechtigung haben - und genauso die daraus geschlussfolgerte Forderung nach einer grundlegend anderen Verteilung des Reichtums in dieser Welt. Ja, das stimmt sicher auch, dass es da einen Kontext zu katholischen Soziallehre gibt, die ja auch in der Zeit entstanden ist, auch wenn es etwas gedauert hat bis das auch in der Kirche entsprechend rezipiert wurde (Rerum Novarum, 1891).
Marx, der 1883 gestorben ist, in einem Topf zu werfen mit späteren Entwicklungen des Realsozialismus, wo es sicher viele Verirrungen gegeben hat, halte ich für etwas platt - das wird ihm nicht gerecht.
"Opium für das Volk" halte ich zeitbezogen übrigens für eine richtige Analyse der Religion. Klar hatte die Religion auch die Funktion Leute kleinzuhalten und zu vertrösten. Das haben ja auch andere Religionskritiker_innen immer wieder richtig analysiert. Die Frage ist nur, was man_frau da draus für Schlussfolgerungen zieht - mein Bild von Religion ist eines, wo es darum geht, Menschen zu stärken und für ein gutes Leben für alle einzutreten, mit Gottes Hilfe. Das ist aber nun mal nicht immer so und darum finde ich die Marx`sche Religionskritik einen wichtigen Beitrag, wo wir heute auch noch was lernen können davon. Dass das auch von polemischen Atheist_innen undifferenziert zitiert wird sollte uns nicht von einer notwendigen Selbstkritik der Religionen abhalten.

Submitted by Otto (not verified) on 7. August 2010 - 10:34.

Der Edle strebt nach Harmonie, nicht nach Gleichheit. Der Gemeine strebt nach Gleichheit, nicht nach Harmonie. (Konfuzius)

@BillClinton
wusste von diesem durchsetzten Umfeld nix. Jetzt wundert mich nicht mehr, warum daraus so viele Schreckensherrschaften entstanden sind. wie der same so das korn.

@Andrea
Glaube ist mehr als eine Therapieform, die ich verwende wie's mir passt. Nicht du hast dich geschaffen, sondern Gott hat dich geschaffen. Wenn die ihn begreifst, begreifst du alles.

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