Aug
6

Erinnerungen an 18 Jahre Mosaic, anlässlich von 20 Jahre WWW

mosaicDas WWW ist heute zwanzig. Da war ich noch nicht dabei, erinnern kann ich mich aber noch an Mosaic, den ersten Webbrowser, gut zwei Jahre später - und an Debatten, ob sich wohl das WWW oder Gopher oder ganz etwas anders durchsetzen wird. Dass sich irgendwas durchsetzen wird, war uns aber schon allen klar oder zumindest wünschten wir uns das.

Meine allerersten Gehversuche in HTML sind auch aus dieser Zeit, damals an der Kepler-Uni. Gecodet habe ich im vi, brav in einer Linux-Shell, was ich aber bis heute nicht wirklich kann ;-) Als es dann plötzlich auch möglich war, den Hintergrund einer Webseite einzufärben und Text zu zentrieren, saß ich ganz begeistert vorm Bildschirm und bewunderte meine Ergebnisse. Falls ich das Sichern hingekriegt hatte, gingen die dann auch gleich online. Unser erster WWW-Server der ÖH Linz war ein 368-er unter Linux, die Jungs waren total stolz auf seine tolle Performance und Uptime - und ich wurde infiziert von den interaktiven Möglichkeiten, die sich da auftaten. Die Mädels waren aber auch ganz wichtig in der Zeit, da gabs es einige, die schon damals nach dem Feminismus im Netz fragten und manchmal auch Konflikte mit den Jungs ausfochten, die meinten, TCP/IP habe eh kein Geschlecht. Einig waren wir uns aber alle, dass das Netz ganz viele Chancen für freie Meinungsäußerung und interaktiven Austausch bietet und dass es dafür offenen Zugang und freie Lizenzen braucht. Wirklich schade, dass die ersten Webseiten nicht erhalten sind, nur spätere sind im Web-Archiv abrufbar.

Aug
5

Fragen!?

fsSpät, aber doch: Ich habe jetzt auch Formspring. Also nur zu, fragt, was ihr wollt. Kostenlos und anonym. Mein Beitrag zur Klarnamen-Debatte ;-) Ob ich alles beantworte, ist eine andere Frage ...

Aug
2

Zwei Seiten einer Medaille

Am 6. bzw. 9. August jähren sich die Atombomben-Abwürfe auf Hiroshima bzw. Nagasaki wieder. 300.000 Menschen sind damals unmittelbar ums Leben gekommen, wie viele es in Folge der radioaktiven Verstrahlung waren und sind, ist nicht ganz genau bekannt. Vermutlich noch einmal soviele.

Das ausgerechnet in diesem Land, das durch diese Atombomben-Abwürfe so schwer getroffen wurde, heuer ein Atomkraftwerk so beschädigt wurde, dass die Folgen dieses Unfalls noch immer völlig unabsehbar sind, ist traurig und bedenkenswert. Offenbar hat es die japanische Atom-Lobby geschafft, die "friedliche" Nutzung von Atomenergie als komplett etwas anderes darzustellen als den militärischen Einsatz dieser Technologie. Tatsache ist allerdings, dass die Zusammenhänge realistisch betrachtet unübersehbar sind - die zwei Seiten einer Medaille.

Jul
30

"Ein Kind, das heute verhungert, wird ermordert"

Ziegler

Unique Content ist es nicht, denn erfreulicherweise verbreitet sich die nicht gehaltene Rede von Jean Ziegler derzeit sehr gut im Netz. Aber doch: Sharing ist Caring.

Jul
26

Erwin Pröll unzensuriert

Ich kenne das Video schon länger, aber es sollten eigentlich alle kennen. Es hat Seltenheitswert, dass Politiker_innen so ehrlich sagen, was sie wirklich denken.

Jul
25

Ein "christlicher Fundamentalist"?

Anders B., der mutmaßliche Urheber der grausamen Attentate in Norwegen wird in den Medien immer wieder als "christlicher Fundamentalist" bezeichnet. Seine wirren Gedanken weisen offenbar nicht nur in die Richtung des Rechtsextremismus, sondern enthalten eben auch Spuren des Christlichen - oder was er da auch immer darunter versteht. Die Aussage, Anders B., sei "christlich-fundamentalistisch" orientiert, stammt von der norwegischen Polizei.

Zu Recht gibt es Empörung auf Twitter, wenn der ORF Niederösterreich nun diese Bezeichnung verbieten lassen will. So eine Direktive ist wohl mit einem guten Stück Verleugnung der Realität verbunden. Es gibt sie, diese Leute, die die christliche Botschaft so derartig missverstehen, dass sie Fremdenhass, nationalsozialistisches Gedankengut und in letzter Konsequenz einen unglaublichen Gewaltausbruch gegen Kinder und Jugendliche damit verbinden. Ich erinnere nur an die Holocaust-Leugnung des Piusbruders Richard Williamson und letztlich kommt der Auftritt von HC Strache mit einem Kreuz auch aus dieser Ecke. Aber keine Frage, da liegen trotzdem noch Welten zwischen den drei genannten Personen.

Und doch: Ich verstehe das Unbehagen von Christ_innen, wenn sie mit jemand wie Anders B. irgendwie in einen Topf geworfen werden. Ich habe das selbst. Zwar wird korrekterweise von "fundamentalistisch-christlich" gesprochen und nicht nur von "christlich", aber trotzdem: Die Pauschalverurteilung alles Christlichen schwingt da mit und mich wundert nicht, dass im Standard-Forum auch schon wieder die Kreuzzüge herhalten müssen. Es ist eine Pervertierung des Christlichen, die da passiert (und bei den Kreuzzügen passiert ist): Jesus war derjenige, der ermordet wurde und nicht umgekehrt. Christ_innen sind parteilich für die Opfer und arbeiten für eine Welt, in der es keine Opfer mehr gibt. Wenn ich sage, "Ich glaube an Gott" kann ich nicht weiterleben, also ob das nichts für mein Leben in dieser Welt bedeuten würde. Es geht um nicht mehr und um nicht weniger als die Würde jedes Menschen.

Und doch: Es gibt sie, diese Fundamentalist_innen, die sich Versatzstücke des Christlichen nehmen, missverstehen und umdeuten. Die traurige Spitze des Eisberges ist in Norwegen sichtbar geworden, eine Aussage, die wohl auch für den Rechtsextremismus in Europa gelten muss. Die Geschichte des Christentums ist wohl auch nicht unschuldig an der Ambivalenz des Themas. Damit das künftig vielleicht irgendwann nicht mehr so ist, wünsche ich mir, dass sich Christ_innen, die Kirchen, die beeindruckenden Worte des norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg beim Trauergottesdienst in Oslo auch für sich selbst zu Herzen nehmen:

Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.

Jul
21

Unendliche Weiten ...

Mit zwölf wollte ich Weltraumforscherin werden. Da ist nichts draus geworden, aber noch heute übt der Weltraum eine riesen Phaszination auf mich aus, auch wenn ich mich damit nicht wirklich bschäftige. Heute ist das letzte Space Shuttle gelandet. Ein bißchen Wehmut stellt sich ein, wie wird es weitergehen? Und doch auch eine Frage: Wenn es die Menschheit nicht mal schafft, dass niemand mehr an Hunger sterben muss, warum fliegen "wir" dann in den Weltraum?

Jul
18

Bildung für die Zukunft

Das Video ist schon älter, doch heute bin ich wieder mal drübergestolpert und finde echt, alle, die irgendwas mit Bildung zu tun haben, sollten sich diese 11:40 Minuten unbedingt ansehen.