"Wie Präsident Obama gestern gesagt hat: Wir brauchen eine Wirtschaft im Dienst des Menschen. Genau, Obama, und das heißt Sozialismus. Obama, komm zum Sozialismus, wir laden dich ein auf die »Achse des Bösen«."
Der venezolanische Präsident Hugo Chávez vor der UN-Vollversammlung in New York
Als Theologiestudentin absolvierte ich von Februar bis April 2009 ein Praktikum in der Pfarre Linz-Ebelsberg, das nun langsam zu Ende geht. Meine Twitter-Follower_innen habe davon ja sowieso ab und zu schon etwas mitbekommen. Sinn dieses Praktikums ist es, einen ersten Einblick in die Arbeitbereiche einen Pfarre zu bekommen und die Tätigkeiten der hauptamtlichen PfarrmitarbeiterInnen in der Praxis mitzubekommen. Damit ist das auch eine gute Möglichkeit, für sich mit einer guten Grundlage zu entscheiden, ob Pfarrpastoral ein möglicher Arbeitsbereich wäre. Wer sich aber dann nach Studienabschluss der Theologie für die Arbeit in einer Pfarre entscheidet, hat dann aber ein ganzes einführendes Pastoraljahr.
Zum Abschluss meines Praktikums habe ich - mit Unterstützung der Pastoralassistentin Angelika Paulitsch, meiner Praktikumsbegleiterin - die drei Wochenende-Gottesdienste vorbereitet. Und ich habe auch die Aufgabe, im Rahmen der Gottesdienste zu predigen bzw. eine Ansprache zu halten (weil LaientheologInnen eigentlich in der Diözese Linz seit einer Weile nicht mehr predigen dürfen). Heute habe auch erstmal liturgische Kleidung, eine Tunika, angehabt, welche in der Pfarre Ebelsberg normalerweise die Kommunionhelfer_innen tragen. Das hat schon was!
Die Predigt bzw. Ansprache dokumentiere ich hier. Wieder mal eine kurze Erklärung für alle, die nicht so mit solchen Dingen vertraut sind: Eine Predigt bezieht sich immer auf einen der Texte in der Bibel, die im Gotttesdienst vorgetragen werden, da habe ich mich für Joh 20, 19-31 entschieden, eine Predigt hat aber durchaus aktuellen Bezug und Bezug zur konkreten Gottesdienstgemeinde.
Das Web ist schon nett. Auch für jene, die es nicht live erlebt haben, so wie ich, lässt sich das Feeling der Demonstration "Wir zahlen nicht für eure Krise" nachvollziehen. Hier einige ausgewählte Fotos, die mir besonders gut gefallen - von kellerabteil (der auch noch einen sehr feinen Text über die Industriellenvereinigung geschreiben hat) und http://rsy.akis.at/gallerie_krise/index.php. Wer Videos will, kann den Livestream von Attachier anschauen. Danke!
Am 28. März 2009 finden international Demonstrationen statt. Aus der Ankündigung:
Die schwerste Krise des Kapitalismus seit 1929 betrifft uns alle: massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, verlorene Häuser und Geldanlagen, teure Energie und Lebensmittel. Weltweit verlieren Menschen ihre Existenzgrundlagen und Lebensperspektiven. Die Regierungen, die die Krise durch die Entfesselung der Finanzmärkte wesentlich zu verantworten haben, retten jedoch vorrangig die Banken und die Reichen mit unseren Steuergeldern. Dagegen wehren wir uns!
Obenstehendes Video lädt zu den Demos in Deutschland ein. Ich zeige es hier, weil die angesprochenen Inhalte genauso gut für Östereich stehen, wo in Wien, Salzburg, Innsbruck und Graz der Aktionstag und die Demonstration stattfinden. Diese unterstützen aktuell 186 Organisationen.
Die Supermarktkassierin Barbara E. wurde gekündigt, weil sie angeblich Leergutbons in den Höhe von € 1,30 unterschlagen hat. Das Urteil, dass diese Kündigung rechtens ist, wurde gestern in 2. Instanz bestätigt. In diesem Mitschnitt der ARD Tagesthemen ist diese Geschichte gut zusammengefasst und Barbara E. kommt auch zu Wort: "Die Großen läßt man laufen, die Kleinen hängt man". Barbara E. hat 30 Jahre bei ihrem Unternehmen "Kaiser's" gearbeitet und war gewerkschaftlich engagiert.
Eine gute Dokumentation des Falls findet sich bei Labour.net. Thialfi vom Blog "Tempel der Gaia" reflektiert in diesem Zusammenhang über Gerechtigkeit. Auch ich meine, dass hier offenbar "Dobble Standards" bestehen: Banker können Milliarden verzocken und der Verlust wird mit Steuergeldern ausgeglichen, eine Supermarktkassierin, die diese Steuergelder zahlt, schützt offenbar das Recht nicht. Das einzig erfreuliche ist, dass offenbar Gewerkschafter_innen ein Solidaritätskomitee gegründet haben.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise setzt ja einiges an Kreativität frei, obenstehender Cartoon ist ein wunderbares Beispiel dafür (von frapzzt). Ich meine, dass die aktuelle Krise ja vor allem eine Nachfragekrise, eine Überproduktionskrise ist.
Damit sich niemand fragt, ob ich in nächster Zeit nur noch über die katholische Kirche blogge und sonst keine Sorgen habe, jetzt endlich auch wieder einmal ein anderes Thema hier im Blog. Dieses kurze Video von ATTAC zur Finanz- und Wirtschaftskrise ist wirklich sehenswert und darum möchte ich es empfehlen. In Zeiten wie diesen tut ein Stück Ironie sicher gut.
Der Verkehrclub Österreich VCÖ hat heute eine Initiative für eine Ökoprämie gestartet. Diese kann online unterstützt werden, was ich heute schon getan habe. Ich habe zwar ein gut funktionierendes Fahrrad und brauche darum auch keine Jahreskarte für Linz, aber vernünftiger ist dieser Vorschlag allemal als die Ideen der Förderer_innen der Autoindustrie. Der Text:
Ja zur Ökoprämie. Die Regierung führt eine Prämie für den Kauf neuer Autos ein. Der VCÖ betont, dass damit jene, die wirklich umweltfreundlich mobil sind, benachteiligt werden. Deshalb hat der VCÖ diese Initiative gestartet.
Ich spreche mich für eine Ökoprämie von 100 Euro für den Kauf eines neuen Fahrrades und für Jahreskarten für den Öffentlichen Verkehr aus. Damit wird ein Anreiz für ein umweltfreundliches Mobilitätsverhalten gesetzt.
Die Verschrottungsprämie für alte Autos ist meiner Meinung nach einer der absurdesten Ideen der österreichischen Innenpolitik, sowohl aus einer ökologischen wie auch ökonomischen Perspektive betrachtet. Ökologisch ist wohl klar, dass die Produktion neuer Autos mehr Umweltschäden verursacht als das Weiterfahren mit den alten Fahrzeugen. Ökonomisch und sozial betrachtet liegt nahe, dass Menschen, die sich nur ganz alte Autos leisten können, auch kein Geld für ein funkelnagelneues Auto haben werden. Aus dem heute auch veröffentlichten Sozialbericht des Sozialministerium geht hervor, dass 1% der Haushalte über mehr als ein Viertel des Privatvermögens verfügt. Da liegt der Ansatzpunkt für soziale Umverteilung und nicht bei solch absurden Verschrottungsaktionen.
Unterschreiben!
Von Johannes Kreidler, über dessen GEMA-Aktion ich berichtet habe, ist wirklich jedes Werk sehenswert, so kann ich nicht widerstehen das neueste hier vorzustellen. In "Charts Music" werden die sinkenden Börsenkurse und die steigenden bundesdeutschen Rüstungsexporte in den Irak vertont. Das Copyright geht diesmal an die Bankmanager.
Aber seht selbst - das Video lohnt unbedingt bis zum Schluss!
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